[Der Streit um das richtige Futter.] Anzeige

Wir alle mussten uns schon ein­mal der Frage stellen “Was füt­terst du eigentlich?” Und wir alle wis­sen, dass ein Gespräch über “das richtige” Fut­ter auch mal schnell ausarten kann. Ver­passt man den Ein­stieg ein­er solchen Diskus­sion und kommt ver­spätet hinzu, so muss man sich fra­gen, ob hier tat­säch­lich noch das Fut­ter im Fokus ste­ht oder ob schon all­ge­meine Glaubens­grund­sätze in den Vorder­grund gerückt sind. Ver­ste­ht mich nicht falsch: Es ist wichtig, sowohl sich selb­st als auch sein Tier gesund zu ernähren, doch es gibt nicht grund­los den Spruch “Wenn mir lang­weilig ist, dann poste ich in ein­er Hun­de­gruppe, wie gut meinem Hund doch das Frol­ic schmeckt.”

In let­zter Zeit ist mir sowohl auf Insta­gram als auch auf Tik­Tok aufge­fall­en, dass Hun­debe­sitzer, die nicht bar­fen, einem mit­tel­gr­a­di­gen Shit­storm inklu­sive Belei­di­gun­gen und Anschuldigun­gen aus­ge­set­zt sind. Die Antwort auf die Frage, ob man barft, scheint der Schlüs­sel zu dem Reich der “guten” Hun­debe­sitzer zu sein. Wer nicht barft, wird schnell als ver­ant­wor­tungs­los und unge­bildet abgestem­pelt.

Ich schreibe diesen Artikel und werfe hier­mit den ersten Stein. Nein, ich barfe nicht und nein, ich würde das auch niemals mehr tun.

So, die Hosen sind herunter, ich bin bere­it für Anschuldigun­gen und die Degradierung zur schlecht­en Hun­de­mut­ti. Doch bevor es los­ge­ht, möchte ich erk­lären, warum ich mich dage­gen entsch­ieden habe. Ich möchte zeigen, dass BARF kein MUSS ist und dass es gesunde Alter­na­tiv­en gibt. Es gibt zahlre­iche Gründe, die gegen BARF sprechen, denn es gibt nie “die eine richtige” Ernährungsmeth­ode. So indi­vidu­ell unsere Hunde sind, so indi­vidu­ell muss das The­ma Ernährung auch betra­chtet wer­den.

Auch ich habe mich von dem Hype zu bar­fen ansteck­en lassen, doch mich nach kurz­er Zeit wieder umentsch­ieden. Im Fol­gen­den erzählte ich unsere per­sön­lichen Gründe, gehen anschließend ganz all­ge­mein auf das The­ma ein und erzäh­le euch zudem, was wir füt­tern. Nie­mand sollte sich dafür recht­fer­ti­gen müssen, wenn er seinem Hund kein rohes Fleisch in den Napf leg­en möchte.

Warum wir nicht (mehr) bar­fen

Zunächst ein­mal — und das waren sich­er im ersten Moment meine Haup­tar­gu­mente — kamen Queen und Püp­pi nicht gut mit dem Bar­fen zurecht. Von ein­er Ernährungs­ber­a­terin habe ich für bei­den einen Plan bekom­men und mich natür­lich auch daran gehal­ten. Püp­pi musste sich zu dieser Zeit enorm oft übergeben und Queen bekam immer häu­figer Durch­fall bis ihr Fell eine absolute Katas­tro­phe gewe­sen ist.

Was für mich auch eine große Rolle gespielt hat, war meine eigene Unsicher­heit. Ich kon­nte mich zwar an meinem Plan ori­en­tieren, doch las bzw. hörte immer wieder von Begrif­f­en und Aspek­ten, von denen ich keine Ahnung hat­te. Das Phos­phor — Cal­ci­um — Ver­hält­nis, welch­es aus dem Gle­ichgewicht ger­at­en eine Katas­tro­phe für Gelenke sein kann, hat mir schließlich den Rest gegeben. Es gibt natür­lich auch Men­schen, die ein­fach irgendwelche fer­ti­gen Mixe kaufen frei nach dem Mot­to, die Her­steller wis­sen schon, was sie tun. Die meis­ten Mixe sind allerd­ings kostengün­stig gemis­cht und haben mit den absoluten Grund­la­gen vom Bar­fen rein gar nichts zu tun. Das kann man nicht als Bar­fen beze­ich­nen, son­dern aller­höch­stens als “frisch füt­tern”. Mit ein­fach mal 500 Gramm Fleisch auf­tauen ist es halt nicht getan. Außer man möchte, dass sein Hund krank wird — dann ist das der richtige Weg. Wenn man Bar­fen möchte, dann muss man es richtig machen und da gehört eine Menge zu. Wieviel Muskelfleisch, wieviel Pansen usw. — all diese Berech­nun­gen bein­hal­ten noch immer nicht die Details wie Jodan­teile, Fettge­halt oder wie oben genan­nt das Ver­hält­nis von Phos­phor und Cal­ci­um. Und all das bet­rifft einen gesun­den Hund. Sollte euer Hund Prob­leme mit den Nieren haben, eine Fehlfunk­tion der Schild­drüse oder hohe Leber­w­erte ändert sich das Ganze und alles muss angepasst, verän­dert oder aus­geglichen wer­den. Eine Wis­senschaft für sich, wie ich finde. Kann man machen, klar. Dann aber richtig.

Für uns kamen weit­ere Umstände hinzu, sodass ich das The­ma für mich abge­hakt habe. Püp­pi musste sich nicht nur deut­lich häu­figer übergeben, sie mochte es auch schlicht nicht gern. Nun kann man das Ganze natür­lich kochen, aber auch hier muss dann wieder aller­hand beachtet, aus­geglichen und hinzuge­fügt wer­den. Queen flog auch nicht unbe­d­ingt auf das frische Fleisch, daher war das für uns auch ein Aspekt.

Vor allem Queen liebt die Nase­nar­beit und dazu zählt unter anderem bei uns die Fut­ter­suche. Diese lässt sich aber tausend Mal ein­fach­er mit Trock­en­fut­ter gestal­ten. Auch als Beloh­nung unter­wegs, als Fut­ter in einem Dum­my oder fürs Trick­sen ist es ein­fach nur mehr als umständlich mit Barf zu hantieren.

Hinzu kam schließlich meine per­sön­liche Ein­stel­lung. Ich esse sehr wenig Fleisch, spiele immer mal wieder mit dem Gedanken kom­plett veg­e­tarisch zu leben. Massen­tier­hal­tung ist für mich ein riesen The­ma und ich bin ganz ehrlich: rohes Fleisch ist für mich schon unan­genehm, wenn es eine Hüh­ner­brust ist, aber irgendwelche Rin­der­masken, Innereien und ähn­lich­es lösen in mir den puren Ekel aus. Es kostete mich eine große Über­win­dung und ich hat­te trotz Desin­fek­tion und großer Küchen­hy­giene kein gutes Gefühl dabei.

Ich bin selb­st­ständig und Freizeit ist für mich ein kost­bares Gut. Bevor ich also zwei Stun­den püriere, wiege und por­tion­iere, ver­bringe ich die Zeit lieber mit meinen Hun­den im Wald.

Das alles sind also unsere ganz per­sön­lichen Gründe, warum wir das The­ma für uns abge­hakt haben. Ich bezwecke damit keinen Beifall oder Zus­pruch. Ich will nur sagen: Bar­fen kann man machen, muss man aber nicht und vor allem muss sich dafür nie­mand recht­fer­ti­gen.

Ganz all­ge­meine Gründe, die gegen das Bar­fen sprechen

Zunächst ein­mal wäre die Keim­be­las­tung zu nen­nen. Viren und Bak­te­rien verän­dern sich und wer­den immer aggres­siv­er. Bei viel mehr Hun­den als früher treten zur Zeit Gia­r­di­en auf. Auch Darmkeime ganz all­ge­mein waren vor zehn Jahren noch gar nicht so sehr im Fokus. Viele Tierärzte sehen hier einen klaren Zusam­men­hang zum Bar­fen.

Nicht jede Hun­derasse ist dem Wolf ähn­lich und je mehr Zeit verge­ht, umso mehr ent­fer­nen sich unsere domes­tizierten Hunde von dem ursprünglichen Wolf. Auch der Darm unser­er Hunde ist nicht so sehr mit dem eines Wolfes ver­gle­ich­bar, wie oft behauptet wird. Viele kleine Hun­derassen, die mit dem Wolf nicht mehr viel zu tun haben, neigen beim Bar­fen auf­grund der enor­men Fleis­chmenge zur Über­säuerung. Zu viel rohes Fleisch säuert und über­hitzt (rohes Fleisch ist ther­misch) und das kann zu Stof­fwech­sel­störun­gen führen.

Oft sieht man auf Insta­gram die per­fekt angerichteten Barf­por­tio­nen. Eine kleine Erd­beere neben einem per­fek­ten abgerun­de­ten Klecks Joghurt. Dabei haben unsere Hunde gar keine Lak­tase um Lak­tose auf­s­pal­ten zu kön­nen. Diese wilden Kom­bi­na­tio­nen mögen schön ausse­hen, aber tun unterm Strich nichts für den Hund.

Natür­lich gibt es viele Hunde, die das Bar­fen super ver­tra­gen, gute Blutwerte und ein tolles Fell haben. Aber Bar­fen ist nicht für jeden Hund etwas und genau­so wenig, wie man es einem Men­schen aufzwin­gen sollte, seinen Hund der­art zu ernähren, genau­so wenig sollte ein Hund gezwun­gen wer­den, das zu fressen. Wenn Hunde das rohe Fleisch ver­weigern, so wird dies oft damit begrün­det, er müsse sich erst daran gewöh­nen und die fehlen­den Aro­mastoffe lassen unseren Hund skep­tisch sein. Vielle­icht trägt er auch nur den Instinkt in sich, dass das nicht “seine” Ernährung sein sollte.

Damit ein Hund gebarft wer­den kann, benötigt er ein sehr sta­biles Darm­sys­tem. Hunde, die durch Allergien oder Stof­fwech­sel­erkrankun­gen beein­trächtigt sind, soll­ten eventuell lieber nicht gebarft wer­den.

Wer barft bietet Abwech­slung. Das klingt im ersten Moment gar nicht schlecht, denn auch wir Men­schen sind ja ein riesen Fan von abwech­slungsre­ichem Essen. Die Frage ist nur, ob wir unseren Hunde tat­säch­lich einen Gefall­en damit tun oder ob es eine völ­lig ver­men­schlichte Art der Betra­ch­tung ist? Der Hundedarm bzw. die Enzy­matik muss sich täglich auf die neue Ernährung und die neue Rezep­tur ein­stellen. Das ist für die Ver­dau­ung keines­falls gut und ist für den Darm äußerst anstren­gend.

Also doch indus­trielles Fut­ter?

Wenn man aus dem Dschun­gel an Ange­boten, das passende Fut­ter find­en möchte, ist es unge­mein wichtig, sich mit der Dekla­ra­tion selb­st und inten­siv auseinan­der zu set­zen. Bit­tet man in Tier­märk­ten um Beratung, so wird doch oft prinzip­iell die “Haus­marke” emp­fohlen. Man sollte auch nicht den Fehler machen und sich von dem äußeren Anblick oder dem gut durch­dacht­en und kost­spieli­gen Mar­ket­ing bee­in­flussen zu lassen. Der neuste Trend scheint zu sein, einen Wolf auf die Ver­pack­ung druck­en zu lassen, damit dem poten­tiellen Käufer eine Ursprünglichkeit des Fut­ters sug­geriert wird. Ein Wolf auf der Pack­ung — das kann ja nur art­gerecht sein. Oder etwa nicht?

Bei den Her­stellern von Trock­en­fut­tern scheint zudem ein Trend aus­ge­brochen zu sein, den man dur­chaus auch mal kri­tisch betra­cht­en darf. Es scheint einen Wet­t­lauf zu geben, wer den höheren Fleis­chanteil bieten kann. Dabei muss man sich aber die Frage stellen, wie der Fut­ter­sack mit einem so hohen Fleis­chanteil dann nur so wenig kosten kann? Wenn man in Tiergeschäften einen Sack Fut­ter kauft, kann man davon aus­ge­hen, dass min­destens die Hälfte des Kauf­preis­es bei dem Tiergeschäft bleibt. Wie soll dann bei einem solchen Einkauf­spreis hochw­er­tiges Fleisch ver­ar­beit­et wor­den sein? Es kann bei manchen Preisen nur min­der­w­er­tiges Fleisch ver­ar­beit­et wor­den sein oder es wurde mit einem sehr hohen Fet­tan­teil gear­beit­et, denn Fett darf ein­fach als Fleisch beze­ich­net wer­den oder dass das geprüft wird.

Daher sollte man sich sehr genau mit der Dekla­ra­tion auseinan­der set­zen.

Was wir füt­tern

Queen und Püp­pi bekom­men Fut­ter der Fir­ma Das Gesunde Tier. Da Püp­pi deut­lich lieber Nass­fut­ter frisst, bekommt sie die DOGLICIOUS GOURMET Gläs­er. Es wer­den lediglich hochw­er­tige Zutat­en in Lebens­mit­telqual­ität ver­wen­det. Man kann das Fut­ter nur direkt dort bestellen, sodass es nicht mehrere Zwis­chen­händler gibt, die daran mitver­di­enen möcht­en, son­dern hochw­er­tige Inhaltsstoffe ver­wen­det wer­den kön­nen. Durch die umwelt­fre­undliche Ver­pack­ung im Glas, lan­den keine Schad­stoffe im Hund. Die scho­nende Kon­servierung sorgt dafür, dass Vital­stoffe erhal­ten bleiben und alles beim Hund ankommt, was er braucht. Es gibt drei ver­schiedene Sorten. Püp­pi frisst mehrere Tage an einem Glas, da sie lediglich 70g benötigt, sodass nicht täglich etwas anderes im Napf lan­det.

Queen bekommt über­haupt kein Fut­ter aus dem Napf. Typ­isch Schäfer­hund braucht sie ein­fach ihre Kop­far­beit und hierzu nehmen wir Trock­en­fut­ter, welch­es sie sich erar­beit­en oder suchen muss. Sie bekommt kalt­ge­presstes Trock­en­fut­ter, in ihrem Fall das Fut­ter COSMO. Sie hat eine sen­si­ble Ver­dau­ung und daher ist das Fut­ter genau das richtige für sie. Sie verträgt es super, frisst es gern und hat zwei Wochen nach der Fut­terum­stel­lung einen richti­gen Energi­eschub bekom­men. Mit kalt­ge­presstem Trock­en­fut­ter kommt Queen wesentlich bess­er klar. Ihr Kot macht einen gesun­den Ein­druck, ihr Fell glänzt und sie riecht gut.

Ich habe auss­chließlich sehr gute Erfahrun­gen mit Pro­duk­ten von Das gesunde Tier gemacht. Bin dort auch immer per­fekt und aus­führlich berat­en wor­den und man stand mir bei der Wahl des richti­gen Fut­ters mit Rat und Tat zur Seite. Man kann dort auch Fut­ter­proben bestellen — das ist ein cooles Ange­bot finde ich.

Ich kann euch das Unternehmen abso­lut ans Herz leg­en. Schaut dort mal vor­bei.

Faz­it

Der Krieg um die richtige Ernährung bringt nie­man­den weit­er. Sie entzieht jedem Hund seine Indi­vid­u­al­ität, denn auch wir Men­schen kön­nen uns nicht alle gle­ich ernähren. Wer barft, sollte es seinem Hund zuliebe richtig machen. Wer nicht barft, sollte das laut aussprechen kön­nen, ohne verurteilt zu wer­den. Ich bin noch nie von einem Hun­debe­sitzer der indus­triell hergestelltes Fut­ter füt­tert, verurteilt wor­den als ich noch gebarft habe. Ander­sherum musste ich mir schon einiges anhören. Man muss sich da auch kein schlecht­es Gewis­sen einre­den lassen, denn ein Hund kann auch ohne gebarft zu wer­den ein langes gesun­des Leben führen. Wichtig ist nur, dass man sich informiert und Dekla­ra­tio­nen ver­ste­hen kann.

Bar­fen ist unterm Strich eben nur eine Ernährungs­form von vie­len. Man kann das machen, muss man aber nicht 🙂

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