[Gelenkschonende Beschäftigungsmöglichkeiten.] Anzeige

Vor allem große Hun­derassen bekom­men im Laufe ihres Lebens oft Prob­leme mit dem Bewe­gungsap­pa­rat. Aber auch kleine Hunde bleiben lei­der nicht ver­schont. Ob ED, HD oder Band­scheiben­vor­fälle — die Liste an mehr oder weniger schmerzhaften Ein­schränkun­gen ist lang. Oft entwick­elt sich zudem im Alter Arthrose.

Queen hat an bei­den Seit­en ED, links etwas schlim­mer als rechts, doch Gott sei Dank in einem wirk­lich guten Zus­tand. Sie bekommt die Arthro Tabs von Das Gesunde Tier und damit geht es ihr wirk­lich gut und wir haben keine Prob­leme. Den­noch ist eine Ein­schränkung im Bewe­gungsap­pa­rat immer mit Abstrichen ver­bun­den. Wenn man seinen Hund schmerzfrei hal­ten möchte, muss man auf gewisse Dinge ein Auge haben. Bei uns gibt es zum Beispiel über­haupt kein Ball spie­len mehr. Das schnelle Starten und abrupte Brem­sen gilt es bei Prob­lem im Bewe­gungsap­pa­rat aber auch im Junghun­deal­ter kon­se­quent zu ver­mei­den und so fällt Ball Spie­len aber auch Hun­de­sportarten wie Agili­ty kom­plett raus. Es ist wichtig, dass man seinen Hund gelenkscho­nend bewegt, aber genau da ist auch der Schlüs­sel. In diesem Satz habe ich nicht nur das Wort “gelenkscho­nend” benutzt son­dern auch das Wort “bewegt”. Denn nur ein bewegtes Gelenk kann gesund sein und es ist unglaublich wichtig, den Hund nicht zu scho­nen oder in Wat­te zu pack­en, denn damit kann man es noch weitaus schlim­mer machen.

Keine schnellen Starts und kein abruptes Brem­sen und schon haben wir schon alle Grund­sätze zusam­men. Bewe­gung ist wichtig und wie ihr euren Hund möglichst gelenkscho­nend beschäfti­gen kön­nt, das erk­läre ich euch jet­zt anhand unseres All­t­ags und mein­er Erfahrun­gen.

Ich möchte hier­bei zunächst auf zwei gelenkscho­nende Hun­de­sportarten einge­hen, die uns schon länger im All­t­ag begleit­en und die man auch abseits ein­er Hun­de­schule super im eige­nen Garten oder unter­wegs ein­bauen kann.

Mantrail­ing

Beim Mantrail­ing geht es darum, dass der Hund eine men­schliche Spur ver­fol­gt und ein sich zuvor ver­steck­tes “Opfer” find­et. Hier­bei wird dem Hund ein Geruch­sträger gezeigt, anhand dessen er die Spur ver­fol­gt und am Ende vom “Opfer” mit Fut­ter belohnt wird. Mantrail­ing sollte man sich von einem Profi zeigen lassen, da es viele kleine Kniffe gibt, ohne die man wirk­lich aufgeschmis­sen ist. Es han­delt sich hier nicht um eine Hun­de­sportart, die man sich selb­st beib­rin­gen kann. Doch wenn man es ein­mal ver­standen hat, dann ist das eine tolle Möglichkeit, seinen Hund art­gerecht und gelenkscho­nend zu beschäfti­gen. Wenn man die Tricks und Kniffe beherrscht, kann man auch abseits der Hun­de­schule über­all trailen gehen. Hier­bei kann man die Strecke so wählen, dass es sich beispiel­sweise um Wald­bo­den han­delt und nicht um einen hol­pri­gen Kiesel­weg. Wenn Queen drei Trails gelaufen ist, ver­lässt sie für die näch­sten Stun­den ihr Kör­bchen nicht mehr. Mantrail­ing ist für den Kopf sehr anstren­gend und eignet sich daher super für Hunde die sich kon­trol­liert bewe­gen soll­ten.

Hoop­ers

Hoop­ers ist eine Mis­chung aus Longieren und Agili­ty, allerd­ings kom­plett ohne Hür­den. Man kann also auf gelenkbe­las­tende Sprünge verzicht­en. Genau wie beim Agili­ty über­legt man sich vorher einen Par­cour. Es geht jedoch nicht darum, dass der Hund diesen möglichst schnell abläuft, son­dern es geht darum, dass der Hund möglichst nah am Men­schen arbeit­et und sich an der Kör­per­sprache ori­en­tiert. Man ste­ht in der Mitte und leit­et den Hund zum Beispiel durch einen Tun­nel oder um einen Baum herum. Man kann sich einen solchen Par­cour auch selb­st in den Garten bauen und große Ton­nen, Bäume oder ähn­lich­es zum Umrun­den nutzen. Hula Hoop — Reifen aus Kun­st­stoff kann man so abschnei­den, dass sie wie ein großer Hal­bkreis in die Erde gesteckt wer­den kön­nen. Statt der zu über­sprin­gen­den Hin­dernisse gibt es im Hoop­ers näm­lich solche großen Reifen, durch die der Hund hin­durch geführt wird.

Auch durch viele Kleinigkeit­en im All­t­ag kann man seinen Hund gelenkscho­nen beschäfti­gen und in sein­er Gesund­heit unter­stützen.

Die Fut­ter­suche

Die Fut­ter­suche ist etwas umstrit­ten, weil viele Hun­debe­sitzer Angst haben, ihr Hund würde draußen alles fressen, wenn man sie ein­mal daran gewöh­nt hat, etwas vom Boden aufzunehmen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man einem Hund dur­chaus die Unter­schei­dung zwis­chen herum­liegen­dem Essen und der geziel­ten Suche beib­rin­gen kann. Und weil Queen es so liebt, ste­ht es bei uns täglich auf dem Plan. So sim­pel und doch so effek­tiv: Queen bekommt Trock­en­fut­ter und das nicht aus dem Napf, son­dern im Garten. Auf dem kom­plet­ten Rasen (unser Grund­stück ist fast 1800 qm²) verteile ich ihr Fut­ter und sie darf es sich suchen. So ein­fach geht die Fut­ter­suche. Die Fut­ter­suche kann unter­schiedlich aufge­baut wer­den. Es gibt zum Beispiel auch die Option den Hund abzule­gen, Fut­ter zu verteilen und bevor man den Hund in die Suche schickt, ruft man ihn zu sich (die Suche im Dreieck). So kann man den Hund nicht nur durch Nase­nar­beit aus­las­ten, son­dern gle­ichzeit­ig Begriffe wie Bleib, Hier oder Sitz trainieren. Beobachtet man seinen Hund bei der Suche, so fällt auf, dass er auch immer mal wieder ein oder zwei Schritte zurück geht, wenn ihm eine Spur in die Nase gekom­men ist. Hier­bei kann man also gle­ichzeit­ig die Rück­hand trainieren und die Koor­di­na­tion verbessert sich.

Tricks

Kleine Tricks oder auch Dog­danc­ing bieten tolle Möglichkeit­en, den Hund geistig zu fordern und gezielte Bewe­gun­gen zu trainieren. Auch hier kann man zum Beispiel durch ein gezieltes Rück­wärst­laufen die Hin­ter­hand und Koor­di­na­tion trainieren. Übun­gen wie Slalom durch die Beine laufen oder sich auf der Stelle zu drehen sind eben­falls klas­sis­che Auf­gaben, damit sich der Hund bewusst bewegt. Je nach Prob­lematik sollte man bes­timmte Übun­gen wie “Män­nchen machen” mit Vor­sicht genießen, da das natür­lich auf die Hin­ter­läufe geht. Hunde mit Prob­le­men in der Hüfte und auch Hunde, die sich noch im Wach­s­tum befind­en, sollte daher andere Übun­gen machen.

Schwim­men

Lei­der schwim­men nicht alle Hunde. Bei Queen habe ich alles ver­sucht, aber lei­der klappt es nicht. Sie geht gern ins Wass­er und läuft auch gern hin­durch und so nutze ich zumin­d­est das. Schwim­men und auch das Laufen durchs Wass­er ist eine tolle Möglichkeit, sich gelenkscho­nend zu bewe­gen.

Waldspaziergänge

Oft gehen wir im Wald ein­fach so über die Wege und schauen gar nicht nach links und rechts. Dabei liegen am Weges­rand oft kleine Baum­stämme oder andere kleine Hin­dernisse wie dicke Wurzeln oder Rinden. All diese Dinge in der Natur kön­nen wir nutzen, um die Koor­di­na­tion unser­er Hunde zu trainieren. Über dicke Baum­stämme kön­nen wir gemein­sam bal­ancieren und kleinere Stämme kön­nen wir als Hin­der­nis nutzen, sodass der Hund bewusst und gezielt seine Beine anheben muss. Das gezielte Heben der Beine lässt sich auch super mit Cav­alet­ti — Stan­gen trainieren, doch oft haben wir die Hin­dernisse direkt am Weges­rand und warum sollte man nicht nutzen, was uns die Natur zur Ver­fü­gung stellt 🙂

Suchen statt Wer­fen

Ich bin grund­sät­zlich kein Fan von Wurf­schleud­ern oder ähn­lichem, weil ich für meinen Hund keine Ball­mas­chine sein möchte. Der Ball ist aber nun mal häu­fig ein geliebtes Spielzeug und auch bei Queen ste­ht er ziem­lich weit oben auf der Liste. Damit sie den­noch mit ihrem Ball beschäftigt wer­den kann und gle­ichzeit­ig kein Belas­tung auf ihren Gelenken liegt, ver­stecke ich den Ball statt ihn zu Wer­fen. Sie darf ihn anschließend suchen und falls wir im Wald sind auch mal aus einem Laub­haufen bud­deln oder im hohen Gras suchen. Auf diese Weise bleibt dem Hund das Lieblingsspielzeug, aber man kann es gelenkscho­nend nutzen.

Wie ihr seht, gibt es keinen Grund einen Hund mit Ein­schränkun­gen im Bewe­gungsap­pa­rat zu scho­nen. Hier­mit kön­nten wir noch mehr Schaden anricht­en. Nur ein bewegtes Gelenk kann ein gesun­des Gelenk sein. Solange wir extreme Starts und plöt­zlich­es Abbrem­sen mei­den und ein Auge darauf haben, dass unsere Hund nicht so viel sprin­gen, gibt es zahlre­iche Möglichkeit­en. Nicht nur, damit unser Hund bewegt und beschäftigt wird, son­dern vor allem auch, um unseren Hund gezielt und kon­trol­liert zu bewe­gen und gle­ichzeit­ig art­gerecht zu beschäfti­gen.

Dieser Artikel ent­stand in Zusam­me­nar­beit mit AGILA.

(Vis­it­ed 54 times, 1 vis­its today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.