[Mantrailing – Ein Blick hinter die Kulissen.] Gewinnspiel / Anzeige

Dieser Artikel ist der Teil der Blogparade von Agila Haustierversicherungen. Im Rahmen der aktuellen Blogparade geht es um das Thema Bewegung. Schaut euch hierzu gerne einmal HIER um. Heute möchte ich euch gerne die Hundesportart Mantrailing vorstellen. Das Mantrailing ist schon seit einigen Jahren Bestandteil unseres Alltags, da es für uns die perfekte Mischung aus geistiger Auslastung und gelenkschonender Aktivität ist. Bitte bedenkt, dass dieser Artikel nicht den Besuch eines Kurses ersetzt, sondern lediglich einen Blick hinter die Kulissen gibt.

Vor ungefähr vier Jahren haben Queen und ich mit dem Mantrailing angefangen. Von Anfang an hat es uns beiden eine Menge Spaß bereitet und ich bin froh, einen Hundesport gefunden zu haben, der genau zu Queen passt. Daher möchte ich euch heute erzählen, was genau hinter dem Mantrailing steckt, wie man das Training aufbaut und auf welchem Stand wir aktuell sind.

Beim Mantrailing geht es darum, dass der Hund anhand des individuellen Dufts des Menschen seine Spur verfolgt. Viele verwechseln das Trailen mit dem Fährten. Das liegt vor allem daran, dass bezüglich des Fährtens der weit verbreitete Irrtum besteht, der Hund würde der Spur des Menschen folgen. Dem ist aber nicht so, denn beim Fährten verfolgt der Hund lediglich demn Geruch der Bodenverletzung. Dadurch, dass die Fährte gestampft wird, wird die Grasnarbe des Bodens verletzt. Der Boden riecht an diesen Stellen anders und genau dieser Spur folgt der Hund beim Fährten. Nicht dem Geruch des Menschen – diese Arbeit macht das Trailen aus.

Vielfach wird behauptet, wer Trailen könne, kann auch Fährten. Doch wer Fährten kann, kann noch lange nicht Trailen. Kann ich so unterschreiben, denn Queen kam vom Fährten zum Trailen und wir haben schnell festgestellt, dass es eine völlig andere Art zu Arbeiten ist.

Das Trailen kann man sich wie folgt vorstellen:

Jeder Mensch verliert bei jeder Bewegung Duftstoffe. Vorstellen kann man sich das besonders gut mit einem Rucksack. Der Mensch trägt einen Rucksack mit ganz vielen Duftstoffen. Bei jedem Schritt fallen die Duftstoffe heraus und rieseln ganz langsam wie Schneeflocken zu Boden. Nach ca. 2 Stunden kommen die Flocken am Boden an. Vorher schweben sie ganz langsam herunter. Kommt ein Auto an dem Menschen vorbei, so fliegen die Duftstoffe im Sog des vorbei fahrenden Autos zur Seite. Genau das passiert auch, wenn es windig ist.

So nimmt der Hund unsere Geruchsspur wahr. Das ist auch der Grund dafür, dass der Hund beim Trailen mit erhobenem Kopf und einer in die Luft gestreckten Nase sucht und nicht wie beim Fährten die Nase am Boden hat. Es kann auch sein, dass der Hund auf der anderen Straßenseite läuft oder im Wald mal quer durch läuft – je nachdem wie der Wind steht und wie die Geruchsstoffe sich in der Luft verteilt haben.

Und so startet man mit dem Mantrailing:

Wir haben vom ersten Tag an mit unserer Trailingausrüstung gearbeitet. Das Geschirr benutzen wir ausschließlich beim Mantrailing, sodass Queen mittlerweile genau weiß, worum es geht, wenn ich ihr das Geschirr anziehe. Zudem benutze ich eine 7m Fettlederleine. Fettlederleinen liegen beim Trailen viel besser in der Hand als Biothane. Man hält die Leine übrigens immer mit beiden Händen fest. In der einen hält man die aufgewickelte Leine, in der anderen lässt man die Leine vor- und zurückgleiten.

Beim ersten Trail, steht das „Opfer“ noch neben dem Hund. In einer Baumwolltasche liegt der sog. Geruchsträger. Die Person, die das Opfer spielt, legt in die Tasche ein Kleidungsstück, welches an dem Tag schon getragen wurde. Gern genommen werden Kleidungsstücke, die auf der Haut liegen. Ein Top oder ein Schal zum Beispiel.

Damit man dem Hund zeigt, dass dieser Beutel interessant und wichtig ist, wedelt „das Opfer“ mit dem Beutel vor dem Hund, um die Aufmerksamkeit des Hundes einzufangen. Ca. 2m vor dem Hund wird der Beutel auf den Boden gelegt. „Das Opfer“ geht nun einige Schritte von dem Hund weg. Zu Beginn reichen auch ca. 10 Meter. „Das Opfer“ stellt sich dann außer Sichtweite hinter einen Busch oder eine Hauswand. Bevor man startet, wird die Leine vom Halsband an das Geschirr gemacht. So weiß der Hund genau, dass die Arbeit beginnt. Nun geht man mit seinem Hund los. Wichtig ist, dass der Hund zumindest den Beutel mit der Nase berührt. Das passiert meist völlig alleine, denn „das Opfer“ hat den Beutel zunächst interessant gemacht und dann vor den Hund abgelegt. Die meisten Hunde gehen also automatisch zu dem Beutel. Das sollte mit einem Lob bestätigt werden. Sobald der Hund zumindest kurz am Beutel war, kann man dies schon jetzt das mit dem Wort „Trail“ verknüpfen. Queen ging anschließend völlig selbstständig einige Schritte weiter. Hinter dem Busch stand „das Opfer“ mit einer kleinen Futterdose für den Hund. Wichtig ist, dass „das Opfer“ den Hund nicht lockt. Doch sollte eine Person mit einer Dose Leckereien hinter einem Baum hocken, so werden die meisten Hunde zumindest einen Blick riskieren. Mit Lob habe ich Queen ermutigt hinzugehen. An dem „Opfer“ angekommen, hält diese dem Hund die Dose hin, sodass er fressen darf. Gleichzeitig lobt der Hundeführer seinen Vierbeiner. Und so hatten wir bereits den ersten kleinen Trail beendet. Die Leine wird wieder am Halsband befestigt.

Direkt im Anschluss haben wir noch zwei weitere kurze Trails gemacht. Genau nach dem gleichen Muster.

Ich hatte ehrlich gesagt nicht das Gefühl, dass Queen wusste, was sie tat. Ich war mir sicher, sie würde lediglich dem Weg folgen, als würde sie denken, wir gehen spazieren.

Die Trainerin schlug vor, Queen nun erst einmal ins Auto zu bringen. „Lass sie mal drüber nachdenken.“

Ich war skeptisch, doch nun war ich an der Reihe „das Opfer“ zu spielen. Nach einer halben Stunde war Queen erneut an der Reihe und sie schien tatsächlich verarbeitet zu haben worum es ging.

Gezielt ging sie zum Beutel und schien tatsächlich nach der Person zu suchen. Es klappte schon sehr gut und ich war total stolz auf Queen.

Nach und nach wurde es schwieriger. Bereits beim zweiten Termin haben wir sie direkt in dem Beutel riechen lassen. Hierbei ist es wichtig, dass der Hund einige Sekunden die Nase im Beutel hat. Anhand der Rippen sieht man, ob der Hund atmet oder die Luft anhält. Atmet er ein bis zwei Mal, dann hat er den Geruch aufgenommen.

Die Strecken wurden länger und „das Opfer“ stand nicht mehr neben uns, sondern saß bereits im Versteck, als Queen aus dem Auto kam. Die Trails wurden komplexer. „Das Opfer“ saß nicht mehr direkt am Weg, sondern auch mal im Unterholz. Schwierig sind vor allem Kreuzungen. Viele Hunde bleiben stehen und strecken die Nase in die Luft. Queen hat sich die Taktik angewöhnt, einmal im Kreis zu laufen, fast wie ein Pferd beim Longieren. Anschließend biegt sie in die Straße ein, aus der sie den Geruch wahrnimmt.

Wichtig ist, dass man dem Hund ausreichend Leine gibt. Queen läuft in der Regel vier bis fünf Meter vor mir. Die Leine ist auf Spannung, aber nicht zu sehr. Man muss sich in jedem Fall angewöhnen, seinem Hund zu vertrauen. Mir fiel das unbewusst schwer. Bog Queen falsch ab, wurde ich instinktiv langsamer. Das ist aber völlig falsch, denn der Hund wird von alleine merken, dass er falsch ist und umdrehen. Es stärkt die Bindung, wenn man seinem Hund das Gefühl vermittelt, dass man ihm vertrauen würde. An schwierigen Stellen ist Queen zu Beginn unsicher gewesen und einfach stehen geblieben. Ich habe das aussitzen, bzw. „ausstehen“ müssen und gewartet, bis sie von alleine weiter lief. Das sind entscheidende Momente, die den Hund weiter bringen.

Die Trainerin hat mir für mein eigenes Training einige Male nicht verraten wo „das Opfer“ ist. Sie lief hinter uns her und gab kleine Anweisungen was zum Beispiel die Länge der Leine betrifft. An Kreuzungen sollte man seinen Hund nämlich etwas „einfangen“ und den Abstand verringern um gegebenenfalls bei einer Gefahrensituation eingreifen zu können. Mir hat es geholfen nicht zu wissen, wo sich das Opfer befindet, da ich mich auf Queen verlassen musste und das war irgendwie wirklich schön.

Irgendwann hat Queen auch sich kreuzende Spuren gemeistert und die Trails lagen bei mehreren Stunden.

Heute sind wir so weit, dass wir auch in der vollen Osnabrücker Innenstand trailen können und Queen sich von nichts ablenken lässt. Sie findet zuverlässig das „Opfer“, auch, wenn der Trail mehrfach an der gleichen Stelle vorbeikommt und auch, wenn er schon mehrere Stunden vor ihrem Einsatz gelaufen wurde.

Der aktuelle Stand

Ich will ehrlich sein: Wir gehen nicht mehr zum Kurs. Das liegt zum einen daran, dass es mit zwei Hunden echt kompliziert ist. Wir haben das Alleine bleiben mit Püppi eher selten geübt, sodass sie immer mit zum Trailen kam, weil sie nicht gut ohne Queen alleine bleiben kann. Sie lag im Auto und kam heraus, wenn Queen Pause hatte. Das Problem sind heiße Tage und klirrende Kälte. Bei beiden extremen Temperaturen will man seine Hunde nicht im Auto lassen. Auch für Queen ist es nicht schön, wenn sie 10 Minuten Höchstleistung bringt und dann mit warmen Muskeln ins kalte Auto muss.

Zudem fand ich den Kurs relativ teuer im Vergleich zu der Zeit, in der der Hund gearbeitet hat. Von zwei Stunden Kurs mit insgesamt 3 Teilnehmern hat Queen vielleicht 20 Minuten gearbeitet.

Mittlerweile gehen wir für uns Trailen. Jan geht mit Püppi vor und Queen folgt entweder ihm oder Püppi. Soll sie ihm folgen, nehmen wir ein T-Shirt als Geruchsträger. Soll sie sich auf Püppi konzentrieren, dann lege ich Haare aus ihrer Bürste in den Beutel. Beides klappt super.

In der Regel gehen wir drei Trails mit kurzen Pause. Die Trails sind in der Regel ca. 1 bis 1,5 km lang. Manchmal auch mehr, dann kürzen wir aber die Anzahl auf 2 Trails. Anschließend ist Queen absolut k.o. und schläft tief und fest für mehrere Stunden.

Mantrailing hat unzählige Vorteile: Man kann es überall und jederzeit machen, es ist gelenkschonend und gleichzeitig anstrengend. Man braucht keine Sportgeräte, sondern nur eine zweite Person. Unsichere Hunde gewinnen Sicherheit und werden selbstbewusster. Hochgedrehte Hunde werden ruhiger und lernen konzentriert zu arbeiten.

Wir können jedem empfehlen, das Mantrailing einmal auszuprobieren. Macht es nicht alleine, sondern besucht eine Hundeschule oder einen Kurs, weil gerade wir Menschen wirklich viel lernen müssen, was den Abstand, die Spannung der Leine und das Vertrauen zum Hund betrifft. Einmal verinnerlicht, kann man auch für sich trailen gehen und hat damit eine tolle Möglichkeit, seinen Vierbeiner spontan, überall und jederzeit artgerecht auslasten zu können.

Gewinnspiel

Im Rahmen der oben vorgestellten AGILA Blogparade dürfen wir in Zusammenarbeit mit AGILA eine Hunde Aktiv-Box an Euch verlosen. Der Inhalt ist noch streng geheim, aber ich verrate schon einmal, dass sich etwas zum Spielen, zum Knabbern und zur Pflege in der Box befinden wird.

Teilnehmen könnt ihr über unser Instagramprofil. Für fünf extra Lose könnt ihr zusätzlich diesen Blogartikel kommentieren und uns verraten, wieso ihr die Hunde Aktiv – Box gewinnen möchtet.

Das Gewinnspiel startet jetzt und endet am 26. September 2021.

Ganz viele weitere spannende Themen und Aktionen zum oben genannten Motto findet ihr übrigens hier: https://tierischgesund.agila.de/

Die weiteren Teilnehmer der Blogparade habe ich euch auf Instagram verlinkt.

One Reply to “[Mantrailing – Ein Blick hinter die Kulissen.] Gewinnspiel / Anzeige”

  1. Paco (Australien Shepherd) kann dank meines Mannes schon viele Tricks etc. Da er aber große Probleme mit seiner Hüfte und den Knien hat müssen wir auf springen etc. verzichten und sammeln neue Ideen , um den Jungen auszulasten 😃✌️

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.