[Was dürfen Hunde (-besitzer) in der Öffentlichkeit?] Anzeige.

Würdest du in der Stadt zielstrebig zu einer anderen Person laufen und schauen, was sich in ihrer Einkaufstasche befindet? Würdest du auf eine unbekannte Person zurennen, um diese herum springen und sie laut begrüßen? Würdest du deine schmutzigen Hände am Schal einer Dame abwischen?

Sicher nicht, oder?
Doch warum lassen viele Menschen zu, dass sich ihre Hunde so verhalten?

Wenn wir uns mit unserem Hund in der Öffentlichkeit befinden, so sollten wir einige Grundregeln beachten. Schließlich möchte niemand bedrängt, verärgert oder belästigt werden. Daher sollten wir auch dafür Sorge tragen, dass sich niemand durch unseren Hund derart gestört fühlt. Wir dürfen nie vergessen, dass wir grundsätzlich für alle Schäden, die unser Hund verursacht, haften. Das kann ein umgestürzter Blumentopf sein, eine schmutzige Hose oder aber auch für Gesundheitsschäden, die unser Hund verursacht, indem sich zum Beispiel eine ältere Dame oder ein Jogger erschreckt und stürzt. Kurz: wir sollten immer darauf achten, dass unser Hund keinen Schaden verursachen kann und niemand sich belästigt oder gestört fühlt.

Doch was bedeutet das im Einzelnen? Wie verhalte ich mich rücksichtsvoll und umsichtig mit meinem Hund in der Öffentlichkeit?

[Leinenpflicht.]

Zunächst einmal sollte sich jeder bei der Stadt oder Kommune erkundigen, wann und wo Leinenpflicht besteht, damit bei einer so grundlegenden Frage keine Unklarheiten bestehen. Die Anordnungen der Gemeinde findet man in der Regel bereits im Internet, sodass man sich schnell und einfach informieren kann wann und wo der Hund an der Leine geführt werden muss.

In Osnabrück zum Beispiel besteht keine generelle Leinenpflicht. Zur Brut- und Setzzeit hingegen müssen Hunde immer und überall angeleint bleiben. Auch am See, sowie in einigen Waldgebieten, herrscht stets Leinenpflicht. Ein großes privates Waldstück am Rand der Stadt hingegen verlangt nicht einmal zur Brut- und Setzzeit, dass die Leine am Halsband bleibt. Wie ihr seht kann diese Regelung völlig unterschiedlich ausfallen. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man sich auf jeden Fall informieren.

[Nutze die Leine.]

Eine Leine ist kein Accessoires, sondern ein wichtiges Hilfsmittel, welches unter Umständen große Probleme verhindern kann. Wenn dir ein angeleinter Hund entgegenkommt, solltest du ausnahmslos deinen Hund zu dir rufen und ihn anleinen. Der angeleinte Hund kann krank, alt oder unverträglich sein. Er könnte auch Zwingerhusten oder Flöhe haben. Also immer und auch dem eigenen Hund zum Schutz anleinen, wenn dir ein ebenfalls angeleinter Hund entgegenkommt.

[Aufräumen.]

Kotbeutel sind zum Kot aufsammeln da und nicht nur zur Aufbewahrung von benutztem Spielzeug. Kot sollte stets aufgesammelt und auch in entsprechenden Mülleimern entsorgt werden. Bitte nicht die gefüllten Kotbeutel in die Natur werfen. Viele Städte stellen Kotbeutelspender auf. Dort darf man sich gerne bedienen und die Jackentasche auffüllen, sodass man hier stets vorbereitet ist. Sollte man den Hundekot nicht ordnungsgemäß entsorgen, so kann ein Bußgeld von bis zu 150 EUR verhängt werden.

[Kontrolliere deinen Hund.]

Ein Hund sollte niemanden belästigen oder stören. Daher achte bitte immer darauf, dass er auf niemanden zustürmt oder zurennt. Es gibt Menschen, die Angst vor Hunden haben und es gibt auch zahlreiche Hunde, die bei einem stürmischen Artgenossen aggressiv reagieren. Ein Hund sollte also niemals unkontrolliert auf Menschen oder Artgenossen zurennen. Diese Grundregel sollte man nicht als Einschränkung sondern auch als Schutz für den eigenen Hund sehen.

[Erst fragen.]

Ich habe schon oft Hundebegegnungen erlebt, in denen Menschen bis kurz vor knapp warten und den entgegen kommenden Hund beobachten. Kommen sie zu dem nicht selten falschen Entschluss, dass der andere Hund verträglich ist, leinen sie plötzlich ab und schicken ihren Hund mit den Worten „Dann geh mal Hallo sagen“ auf den anderen Hund zu. Das kann gefährlich werden, denn wenn sich ein angeleinter Hund bedrängt fühlt, kann das schnell nach hinten losgehen. Daher bitte unbedingt fragen, ob Kontakt gewünscht wird und ob sich die Hunde unangeleint begrüßen dürfen.

[Kein Kontakt an der Leine.]

Ich kenne viele Hundebesitzer, die Leinenkontakt zulassen und bei denen es bisher auch immer gut gegangen ist. Man sollte diese Situation allerdings nicht unterschätzen und durchaus ernst nehmen. Zum einen können die Leinen sich ineinander verwickeln. Der Radius, in dem sich die Hunde bewegen können, wird kleiner und wenn sich einer der beiden bedrängt fühlt und schnappt, hat man kaum eine Chance eine Beißerei noch zu verhindern. Man sollte ebenfalls nicht vergessen, dass ein angeleinter Hund, der zu einem anderen Hund hinzieht, eine Körperhaltung einnimmt, die von dem anderen als Bedrohung interpretiert werden kann. Der Kopf geht nach vorne, etwas nach unten, der Blick wird starr – nicht gut sozialisierte Hunde können dies schnell als Drohung auffassen und sich entsprechend zur Wehr setzen. Wenn Kontakt erwünscht wird, dann bitte ohne Leine und immer so, dass niemand durch die Hunde gestört wird und die Hunde sicher in Kontakt treten können.

[Keine Freiheit ohne Regeln.]

Wer seinen Hund ohne Leine laufen lassen möchte, sollte vorher den Rückruf trainieren. Zum einen, damit man seinen Hund zurückrufen kann, falls dieser auf andere Menschen oder Hunde zulaufen sollte. Aber auch um den eigenen Hund vor Autos, Bussen, Rädern usw. schützen zu können. Nur wer sich auf seinen Hund verlassen kann, kann auf die Leine verzichten. Wenn der Hund nicht abrufbar ist, tut man weder sich selbst noch dem Hund einen Gefallen, wenn man ihn unkontrolliert frei laufen lässt.

Im Freilauf sollte man den Hund stets im Blick haben. Man sollte ihn sehen und Einfluss auf ihn nehmen können. Wer mit seinem Hund unterwegs ist, sollte immer ein Auge auf seinen Vierbeiner haben. Ablenkungen durch das Smartphone können zu schweren Unfällen und hohen Schadensersatzforderungen führen.

[Streicheln erlaubt?]

Man sollte niemals ungefragt auf einen fremden Hund zugehen und diesen anfassen. Es sollte selbstverständlich sein, vorher den Besitzer um Erlaubnis zu fragen. Der Hund könnte gestresst sein, sich bedroht oder bedrängt fühlen oder sich schlicht und einfach nicht von Fremden anfassen lassen wollen. Aus Respekt zum Tier und zum eigenen Schutz also bitte immer vorher mit dem Besitzer sprechen, ob ein Kontakt möglich und erwünscht ist. Doch wie ist es eigentlich, wenn ich einen Hund besonders hübsch finde und ihn fotografieren möchte? Und vielleicht dieses Bild sogar auf meinen Social Media Kanälen posten möchte? Grundsätzlich gelten Tiere vor dem Gesetz als Sache und fallen somit in das Eigentum des Besitzers. Solange der Besitzer nicht mit auf dem Foto zu sehen ist, greifen keine Persönlichkeitsrechte und man darf das Tier fotografieren. Die nicht gewerbliche Veröffentlichung gilt folgerichtig als zulässig. Ein Recht am Bild der eigenen Sache gibt es juristisch nicht. Solange das Tier also in freier Natur oder an einem öffentlichen Platz fotografiert wird, ergeben sich keinerlei Ansprüche des Eigentümers. Ausnahmen können vorliegen, wenn in die Persönlichkeitsrechte des Eigentümers eingegriffen werden. Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn er ebenfalls auf dem Foto erkennbar ist, oder wenn man für das Foto in seine Privatsphäre eingreift. Im Zweifel kostet ein vorheriges höfliches Nachfragen jedoch weitaus weniger als eine nachhaltige Auseinandersetzung vor Gericht.

[Jagen ist tabu.]

Lasse deinen Hund nie hinter Wild herlaufen. Im Wald sollte der Hund daher die Wege nicht verlassen und nicht ins Unterholz dürfen. Kein Wildtier sollte sich durch einen Hund gestört fühlen. Jäger sind in vielen Regionen berechtigt, auf einen jagenden Hund zu schießen, daher sollte dieser Grundsatz nicht als Einschränkung sondern als Schutz verstanden werden.

[Immer im Blick.]

Auch im Restaurant solltest du immer ein Auge auf deinen Hund haben. Lege ihn so ab, dass er weder fremde Gäste anbetteln noch eine Stolperfalle darstellen kann. Halte auch hier immer im Hinterkopf, dass du für alle Schäden haftest, die dein Hund verursacht. Nehmen wir also das Restaurantbeispiel und spielen das einmal gedanklich durch. Dein Hund liegt im Weg und das Personal, welches gerade das Essen an den Nachbartisch bringen möchte, stolpert über den Hund. Dann haben wir nicht nur verschmutzte Kleidung des Personals durch das heruntergefallene Essen, sondern vielleicht auch eine dreckige Bluse des Gastes am Tisch nebenan. Wir haben zerbrochene Teller und vielleicht sogar einen verstauchten Knöchel. Da kommt schnell einiges zusammen und ist zudem für alle Beteiligten eine sehr unangenehme Situation.

[Der Hund in öffentlichen Verkehrsmitteln.]

Je nach Verkehrsverbund bestehen unterschiedliche Voraussetzungen, um einen Hund in öffentlichen Verkehrsmitteln mitnehmen zu dürfen. In jedem Fall ist erforderlich, dass der Hund angeleint ist. Viele Verkehrsverbunde schreiben zudem vor, dass der Hund einen Maulkorb zu tragen hat oder unter Umständen und je nach Größe in einer Box transportiert werden muss. Unerlässlich ist, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu trainieren und langsam zu steigern. Die erste Zugfahrt sollte nicht direkt von München nach Berlin sein.

Doch wie ist eigentlich die Rechtslage, wenn ein Hund in einem Taxi befördert werden soll? Besteht eine Beförderungspflicht? Vor dem Gesetz werden Tiere wie Sachen behandelt – so auch hier. Vergleichbar mit einem Gepäckstück gehört das Tier „als Sache“ zu dem Menschen und muss befördert werden. Kleine Hunde dürfen im Fußraum Platz nehmen und größere müssen in den Kofferraum. Da es nicht erlaubt ist, dass Hunde die Sitzflächen nutzen, sollte man sich in jedem Fall schon beim Bestellen des Taxis danach erkundigen, ob ein Kofferraum oder ein Großraumtaxi benötigt wird.

All diese Grundregeln in der Öffentlichkeit sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Wir möchten uns doch auch nicht belästigt oder bedrängt fühlen und im Sinne eines harmonischen Miteinanders sollten wir uns respektvoll und rücksichtsvoll verhalten. Uns allen sind bereits Menschen begegnet, die keine Hunde mögen oder vielleicht sogar Wut oder gar Hass empfinden. Geben wir all diesen Menschen keinen Grund für ihre Abneigung und verhalten uns rücksichts- und respektvoll. Ich finde es ganz wichtig, dass man diese Grundregeln nicht als Einschränkung sieht, denn in den meisten Fällen dienen sie auch und zum Teil sogar vor allem dem Schutz des eigenen Hundes und der sollte doch immer ganz oben stehen.

Und wenn es trotz aller Sorgfalt und aller Vorsicht zu einem Schadensfall gekommen ist, dann ist man mit einer Hundehaftplichtversicherung auf der sicheren Seite und hat einen Partner an der Seite, der einem durch die Situation hilft und den Schaden reguliert. Ich empfehle immer gerne die AGILA Haustierversicherung – hier kann man bereits ab 4,08 EUR monatl. eine Hundehaftplichtversicherung abschließen.

One Reply to “[Was dürfen Hunde (-besitzer) in der Öffentlichkeit?] Anzeige.”

  1. „Uns allen sind bereits Menschen begegnet, die keine Hunde mögen oder vielleicht sogar Wut oder gar Hass empfinden. Geben wir all diesen Menschen keinen Grund für ihre Abneigung und verhalten uns rücksichts- und respektvoll.“
    Von Hundehassern wird man trotzdem angepöbelt, egal wie man sich verhält. Auf die Meinung solcher Leute hat man keinen Einfluss. Denen sage ich dann aber auch sehr deutlich, was ich von ihnen halte.

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